Die Medienwelt dreht sich immer schneller, und besonders bei der jungen Zielgruppe zwischen 12 und 19 Jahren bleibt kein Stein auf dem anderen. Wenn ihr im Audiobereich arbeitet oder euch einfach für die neuesten Trends interessiert, kommt ihr an der JIM-Studie 2025 (Jugend, Information, Medien) nicht vorbei. Die aktuelle Untersuchung des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (mpfs) zeigt: Das regelmäßige Radiohören ist leicht rückläufig, bleibt aber ein relevanter Anker im Alltag.
In diesem Artikel erfahrt ihr alles über die aktuellen Zahlen, warum das Radio trotz Streaming eine Daseinsberechtigung hat und welche Rolle Künstliche Intelligenz mittlerweile spielt.
Radiohören 2025: Die nackten Zahlen im Überblick
Fangen wir direkt mit dem Kern der Sache an. Wenn ihr euch die Reichweiten von klassischem Radio anschaut, bemerkt ihr eine sanfte Korrektur nach unten. Laut der JIM-Studie 2025 geben noch 51 Prozent der Jugendlichen an, regelmäßig Radio zu hören. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Minus von 4 Prozentpunkten.
Das klingt im ersten Moment nach einem harten Schlag, doch wenn ihr genauer hinseht, relativiert sich das Bild. Radio ist nach wie vor ein Massenmedium. Mehr als jeder zweite Jugendliche schaltet regelmäßig ein – sei es aktiv oder als Begleitmedium. Besonders spannend für euch: Die 12- bis 13-Jährigen greifen sogar etwas häufiger zum Radio als die älteren Teenager.
Regelmäßige Radionutzung im Zeitvergleich
Warum das Radio für euch trotzdem unverzichtbar bleibt
Vielleicht fragt ihr euch jetzt: “Wenn die Zahlen sinken, stirbt das Radio dann aus?” Die Antwort ist ein klares Nein. Das Radio punktet bei Jugendlichen vor allem durch seine Einfachheit und regionale Relevanz. 58 Prozent der Befragten geben an, einen festen Lieblingssender zu haben.
Das Radio fungiert als “Daily Companion”. Ob morgens im Bad, beim Frühstück oder – ganz klassisch – im Auto auf dem Weg zur Schule oder zum Ausbildungsplatz. Das Autoradio bleibt das meistgenutzte Gerät für den Radiokonsum. Wenn ihr also Audio-Inhalte produziert, solltet ihr diesen “Drive-Time”-Faktor niemals unterschätzen.
Podcasts auf dem Vormarsch: Die Konkurrenz aus dem Netz?
Während das lineare Radio leicht Federn lassen muss, stabilisieren sich andere Audio-Formate. Podcasts sind aus dem Leben der 12- bis 19-Jährigen nicht mehr wegzudenken. Besonders die 14- bis 15-Jährigen sind hier sehr aktiv.
Interessant für euch ist der Gender-Aspekt: Mädchen hören im Schnitt 51 Minuten täglich Podcasts, während Jungen nur auf etwa 40 Minuten kommen. Podcasts bieten genau das, was lineares Radio oft nicht leisten kann: tiefgehende Nischeninteressen und On-Demand-Verfügbarkeit. Für euch bedeutet das: Radio und Podcast schließen einander nicht aus, sondern ergänzen sich in einem modernen Audiomix.
Das Smartphone als Schaltzentrale eures Lebens
Es wird euch nicht überraschen, aber das Smartphone ist das unangefochtene Hauptmedium. Fast jeder Jugendliche (98 %) besitzt eines. Die durchschnittliche Bildschirmzeit liegt laut der JIM-Studie 2025 bei stolzen 231 Minuten pro Tag – das sind fast vier Stunden!
Wenn ihr Audio-Inhalte an die Jugend bringen wollt, müsst ihr also mobil stattfinden. Radio wird immer häufiger über Apps oder Smart Speaker gestreamt. Der klassische UKW-Empfänger im Kinderzimmer ist zwar noch da, aber die digitale Schnittstelle gewinnt jeden Tag an Bedeutung.
KI und ChatGPT: Der neue Alltag der Jugendlichen
Ein massiver Trend, den ihr auf dem Schirm haben müsst, ist der Einzug von Künstlicher Intelligenz. Die JIM-Studie 2025 zeigt einen rasanten Anstieg:
- 74 % nutzen KI für Schulaufgaben oder zum Lernen.
- ChatGPT ist nach klassischen Suchmaschinen bereits das zweitwichtigste Recherchetool.
Was bedeutet das für euch im Audiobereich? KI wird die Art und Weise, wie wir Inhalte produzieren und konsumieren, grundlegend verändern. Wenn Jugendliche es gewohnt sind, Informationen per KI-Chat zu generieren, werden sie auch im Radio eine höhere Personalisierung und smarte Interaktion erwarten.
Nachrichtenkompetenz und Vertrauen: Wo informiert ihr euch?
Ein kritischer Punkt der Studie ist die Informationsbeschaffung. Trotz der Dominanz von Social Media (WhatsApp, Instagram, TikTok) bleibt das persönliche Umfeld die wichtigste Quelle. 67 % informieren sich über Gespräche mit der Familie.
Aber Vorsicht: Die Studie warnt auch vor einer Zunahme von Fake News und problematischen Inhalten im Netz. Hier liegt eine große Chance für das Radio! Klassische Medien genießen oft noch einen höheren Vertrauensvorschuss als anonyme Social-Media-Accounts. Wenn ihr im Radio verlässliche News liefert, seid ihr für Jugendliche ein wichtiger Anker in einer unübersichtlichen digitalen Welt.
Was ihr aus der JIM-Studie 2025 mitnehmen solltet
Zusammenfassend lässt sich sagen: Ja, das Radio verliert minimal an Boden, aber es ist weit davon entfernt, irrelevant zu sein. Es wandelt sich von einer rein technischen Verbreitungsform (UKW) hin zu einer Content-Marke, die ihr überallhin mitnehmt.
Wenn ihr erfolgreich bleiben wollt, müsst ihr dort sein, wo eure Hörer sind: auf dem Smartphone, im Smart Speaker und in den sozialen Netzwerken. Nutzt die Stärken des Radios – Vertrauen, Regionalität und Persönlichkeit – und kombiniert sie mit den Möglichkeiten moderner Technik.
Eure Checkliste für die Zukunft:
- Mobile First: Stellt sicher, dass eure Audio-Inhalte perfekt auf dem Smartphone funktionieren.
- KI verstehen: Nutzt Tools wie ChatGPT, um eure Redaktionsabläufe zu optimieren, aber bleibt authentisch.
- Vertrauen schaffen: Positioniert euch als verlässliche Quelle gegen Fake News.
- Mix it up: Denkt Radio und Podcast zusammen, um verschiedene Bedürfnisse abzudecken.
Wir von soundlarge bleiben für euch am Ball und beobachten, wie sich die Audio-Landschaft in Österreich und darüber hinaus weiterentwickelt. Bleibt kreativ und vor allem: Bleibt hörbar!








