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10 nicht total klischeehafte Songs, die in keiner Pride-Playlist fehlen dürfen

Quelle: Pixabay

Es gibt Songs, deren Message so klar ist, wie ein Bergsee in den österreichischen Alpen. Wer eine Pride-Playlist auflegt und Songs von Freddy Mercury, Diana Ross oder Gloria Gaynor zum Besten gibt, wird von der queeren Community einige, wissende Blicke zugeworfen bekommen. Oft sind die starken LGBTIQ-Hymnen aber auch die, deren Botschaft vielleicht ein bisschen Zusatzwissen braucht, um sie so zu verstehen, wie sie gemeint ist.

Es ist Juni – und bei allem, was auf unserer Welt gerade so passiert, wollen wir nicht vergessen, dass Juni auch Pride Month ist. Ein Monat, in dem wir im Zeichen der Regenbogenflagge Vielfalt und Einzigartigkeit feiern. Der Juni ist bunt. Um zu feiern, braucht es aber auch die passende Musik und deswegen präsentiert euch die soundlargeCrew in diesem Artikel 10 Songs, die niemand am Schirm hat, die aber in keiner Pride-Playlist fehlen sollten.

1. HEATHER SMALL – PROUD

Einer der ganz großen Songs im „Queer as Folk“ Soundtrack und das bedeutet so einigen. Denn in den frühen 2000ern hat die US-Serie „QUEER AS FOLK“ eine ganz Generation schwuler Männer geprägt. Noch nie zuvor waren das Lebensgefühl und der offene, normale Umgang mit dem Schwulsein in einer Fernsehserie so da gewesen. Und genau diese Serie hat dazu geführt, dass sich tausende, schwule Männer selbst besser annehmen und zu sich selbst stehen konnte. Gerade weil „QUEER AS FOLK“ vielen geholfen hat ein glücklicheres Leben in einer wertvollen Selbstverständlichkeit zu führen, hat auch dieser Song eine große Bedeutung.

2. VILLAGE PEOPLE – GO WEST

Während die Meisten von euch die Version der Pet Shop Boys aus den frühen 1990er Jahren kennen, ist das Original aus dem Jahr 1979. Der Song hat seinen Ursprung nämlich in der „Gay-Liberation-Bewegung“, die junge Schwule dazu aufgefordert hat an die US-Westküste zu kommen. Dort waren Homosexuelle weniger verfolgt und eher geduldet worden. Die Pet Shop Boys haben sich in ihrer Version des Songs dann auf die Flucht vor dem Kommunismus, was auch sehr passend zu sein schien, liegt doch die Melodie und Harmonie der Nationalhymne der Sowjetunion und Russlands zu Grunde. Da Frontman der Band, Neil Tennant, ebenfalls schwul war, passt aber auch die Version der Pet Shop Boys in jede Pride Playlist.

Fun Fact: Die Sprachmelodie von „Go West“ findet sich heute in etlichen Fußballgesängen wieder. Und das, obwohl Fußball, als eine der homophobsten Sportarten der Welt gilt.

3. COMMUNARDS – DON‘T LEAVE ME THIS WAY

Der Frontsänger der Communards Jimmy Sommerville hatte Mitte der 1980er mit „Don’t leave me this way“ seinen großen Durchbruch. Der Künstler selbst kommt aus einem kleinen Dorf und hat in zahlreichen Songs den Schmerz junger, schwuler Männer vom Land, die vor der Einfältigkeit und dem Mobbing der Dorfbewohner in die Stadt fliehen mussten, verarbeitet. Das zu einer Zeit in der viele schwule Männer oft den Kontakt zur ganzen Familie verloren.

4. VICKY LEANDROS – ICH LIEBE DAS LEBEN

Schlager und seine großen Diven hatten in der queeren Community immer schon einen großen Platz. Der Grund lässt sich wohl in der Tatsache finden, dass Schlager immer einen Tick too much aufträgt, was oftmals auch der schwulen Community nachgesagt wird. Vicky Leandros singt in ihrem Drama „Ich liebe das Leben“ von der Sehnsucht, der Liebe, Trennung und Herzschmerz. Das entsprach 1975 auch dem Zeitgeist der Community. Und da Vicky Leandros durch ihre Teilnahme am ESC 1972 auch große Bekanntheit erlangt hatte, war der Weg zur Schwulenikone geebnet.

5. BRITNEY SPEARS – STRONGER

Mit der neuen, lauteren und selbstverständlicheren Generation der jungen Schwulen im Jahr 2000, wurde auch die Musik lauter und selbstverständlicher. Eine Sache blieb aber: Die Hymnen, der LGBTIQ Community waren immer noch mit weiblichen Stimmen besetzt. So lieferte damals Britney Spears die erste, große, schwule Hymne des neuen Jahrtausends ab. STRONGER traf damals die Gefühlswelt schwuler Männer auf den Punkt und wurde so zu einem Hit, der auch heute noch in jede Pride-Playlist muss.

6. SHURA – WHAT’S IT GONNA BE

Spätestens seit dem Jahr 2022 darf dieser Song in keiner Pride-Playlist mehr fehlen. Die UK-Netflix-Hiteserie „Heartstopper“ hat mir ihrer Selbstverständlichkeit einer neuen Genration schwuler Männer einen Herzenswunsch erfüllt. Endlich wird das Coming Out und die erste große Liebe ohne künstliches Drama und ohne überzeichnete Charaktere dargestellt. Mit Erfolg! Die erste Staffel der Serie hat in ganz Europa so sehr eingeschlagen, dass Netflix gleich zwei, weitere Staffeln nachbestellt hat. Den Song selbst hört man übrigens in einer Regenszene mit den Hauptcharakteren Nick und Charlie, die tausende schwule Männer zu Tränen gerührt und mindestens ebenso viele Youtube-Reaction-Videos nach sich gezogen hat!

7. LILY ALLEN – FUCK YOU

Mit diesem Song legte Lily Allen Protest gegen US-Präsidenten George W. Bush ein. Unter seine Führung wurde nämlich die „Prop 8“, ein Antrag zur Änderung der kalifornischen Verfassung mit dem Ziel, nur noch Hetero-Ehen staatlich anzuerkennen, durchgesetzt. Im Jahr 2013 entschied man sich dann doch diese Regelung wieder außer Kraft zu setzen. Der Song bleibt und lässt sich auch heute noch viele, weiteren Menschen widmen, die mal „einen Blick auf ihre engstirnigen Gedanken“ werfen sollten.

8. KYLIE MINOGUE – ALL THE LOVERS

Kylie Minogue ist eine der großen LGBTIQ-Ikonen – und das nicht erst seit gestern. Um ihrer großen, schwulen Fanbase Rechnung zu tragen, hat die australische Sängern im Jahr 2010 „All the lovers“ veröffentlicht. Ganz im Sinne des Titels zeigt auch das Musikvideo alle Arten von Liebe und spiegelte im Veröffentlichungsjahr das Freiheits- und Lebensgefühl der queeren Community einfach perfekt wider.

9. DANA INTERNATIONAL – JUST THE WAY YOU ARE

Auch die israelische Popsängerin Dana International ist eine Diva, die LGBTIQ-Geschichte geschrieben hat. 1998 hat sie als erste Transsexuelle den Eurovision Songcontest gewonnen. Als der im Jahr 2019 nach über 20 Jahren das erste Mal wieder in Tel Aviv stattfand, trat die Sängerin im Semifinale mit einer berührenden Coverversion von Bruno Mars Hit „Just The Way You Are“ auf. Dieser Auftritt wird wohl für immer Gänsehaut-Feeling erzeugen und genauso wie der Sieg von Dana International, nicht mehr aus der LGBTIQ-Geschichte wegzudenken sein.

10. CARLY RAE JEPSEN – CALL ME MAYBE

Die Popszene durfte sich 2012 über so einige nennenswerte Ereignisse freuen. Das höchstbezahlteste Paar der Musikbranche Beyonce und Jay-Z bekamen ihre erste Tochter, die Spice Girls standen bei den Olympischen Spielen in London wieder gemeinsam auf der Bühne und eine junge, kanadische Sängerin landete den Ohrwurm des Jahres. Mit „Call Me Maybe“ sang Carly Rae Jepsen sich zum Sommerhit des Sommers 2012. Aber damit nicht genug. Denn im Musikvideo zum Song verliebt sich die Sängerin in einen Fan und besingt ihn eine Weile lang. Als Carly Rae Jepsen ihm dann am Ende des Videos ihre Nummer zustecken will, wird klar, dass dieser Fan eigentlich nicht sie, sondern einen der Musiker ihrer Band angehimmelt hatte.

Ein starkes Statement mit dem die Sängerin wohl zeigen wollte, dass eben nicht jeder Mensch heterosexuell ist und man ihn auch nicht immer gleich so einordnen sollte. Dafür, dass die Kanadieren dieses Thema mit so viel Humor aufgearbeitet hat, hat sie sich auf jeden Fall einen Platz in jeder Pride-Playlist verdient!

Trotz Pride Month, Festivals und Demonstrationen ist unsere Welt besonders an bestimmten Orten noch nicht bunt genug. Aber wie heißt es so schön? Music makes the world a better place – also warum über Probleme sprechen, wenn man auch davon singen kann?