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Tag der Stimme: 10 besonders nützliche Stimmtraining-Tipps

Beitragsbild: soundlarge

Die Stimme bestimmt die Stimmung, heißt es in einem bekannten Sprichwort. Unsere Stimme hat tatsächlich einen großen Einfluss darauf, wie wir von anderen Menschen wahrgenommen werden. Meistens ist es gar nicht so wichtig, was wir sagen, sondern vielmehr, wie wir es sagen. Jede Stimme ist einzigartig und ist so etwas wie unser vokaler Fingerabdruck. Die Stimme gibt unserem Gegenüber einen unmittelbaren Zugang zu unseren Gefühlen. Sie ist Türöffner, Eisbrecher und Brückenbauer. Allerdings kann die Stimme auch unsere Gemütslage oder unsere Absichten entlarven. Sie hat also enormes Potenzial und kann zu einem machtvollen Instrument werden. Es ist also umso wichtiger, die Stimme zu trainieren und zu lernen, wie man dieses Werkzeug richtig einsetzt. Stimmtraining-Tipps gibt es wie Sand am Meer.

Damit es etwas übersichtlicher wird, hat unsere soundlarge-Crew aus der ganzen Infoflut am heutigen Welttag der Stimme 10 besonders nützliche Stimmtraining-Tipps für euch zusammengesammelt. Mit denen könnt ihr eure Stimme trainieren und ihr etwas Gutes tun. Denn viele Menschen mögen den Klang ihrer eigenen Stimme gar nicht. Das liegt daran, dass wir es schlichtweg nicht gewöhnt sind, unsere eigene Stimme zum Beispiel auf einer Aufnahme bewusst zu hören. Umso wichtiger ist es, sich an den Klang seiner eigenen Stimme zu gewöhnen. Es gibt nämlich keine guten oder schlechten Stimmen, sondern lediglich untrainierte Stimmen! Mit den nachfolgenden Stimmtraining-Tipps könnt ihr üben, selbstbewusster mit eurer Stimme, eurem individuellen Instrument, umzugehen. Also, los geht’s!

Tipp Nr. 1: Ohren massieren

Einer der Stimmtraining-Tipps von der Theaterbühne, wenn die Stimme einmal nicht so kraftvoll klingt: Die Ohren massieren! Mit den Händen knetet man die Ränder der Ohren von oben nach unten und wieder zurück, von unten nach oben, drei Minuten lang. Den Ohrläppchen widmet man immer wieder besondere Aufmerksamkeit. Zwischendurch mit dem Zeigefinger auch einmal die Falten im Ohrinneren massieren. Dadurch entspannt sich die Halsmuskulatur und es strömt mehr Blut Richtung Gehirn. Die Aufmerksamkeit wird klarer, fokussierter – und gleichzeitig auch die Stimme! Der Klang der Stimme ist jetzt runder, voluminöser und voller Kraft und Ausstrahlung.

Crewmitglieder Armin Hammer und David Bleiberger-Krajnc beim Ohren massieren.Quelle: soundlarge

Tipp Nr. 2: Räuspern vermeiden

Wer kennt es nicht, wenn beim Sprechen wieder einmal der Hals kratzt? Aus falscher Scheu neigen wir häufig dazu, das Husten zu unterdrücken und räuspern uns nur. Aber das sollten wir unbedingt vermeiden! Denn beim Räuspern schlagen die Stimmbänder aneinander und die Schleimproduktion steigt weiter an, was unsere Stimme sehr belastet. Besser und genauso effektiv: Kurz husten. Wenn das nicht mehr hilft, sollte man einen Schluck Wasser trinken oder mehrmals hintereinander bewusst schlucken. Nur bitte so wenig wie möglich räuspern, denn das schadet unserer Stimme.

Tipp Nr. 3: Atmen, atmen, atmen!

Stimme und Atem gehören untrennbar zusammen, die Stimme ist abhängig vom Atem. Deshalb ist einer unseren besonders guten Stimmtraining-Tipps, möglichst oft frische Luft zu schnappen. Idealerweise bei einem Spaziergang. Wenn wir uns bewegen, wird der Kreislauf angeregt, die Atmung vertieft sich, der Stoffwechsel kommt in Schwung. Die kontrollierte Atmung ist das vermutlich Wichtigste für die dauerhafte Stimmgesundheit. Die Stimme durch richtige Atmung zu stützen ist also das A und O. Wir haben für euch noch ein besonderes Gadget hierfür.

Hier bekommt ihr euren Atemtrainer

Physiotherapeutin Madeleine Steiner von praxis entero hat auch noch eine gute Übung parat: “Ohne die Ausatmung kann keine Stimme entstehen. Das heißt – unsere Atmung ist der Motor der Stimme. Eine Übung, die der Stimme gut tut und die man einfach in seinen Alltag integrieren kann, ist die Bauchatmung. Leg dazu deine Hände auf den Bauch und atme über die Nase tief in deinen Bauch ein und so lange wie möglich durch leicht geschlossene Lippen über den Mund aus. Wiederhole die Übung gerne 10x hintereinander.”

Physiotherapeutin Madeleine SteinerQuelle: praxis entero

Tipp Nr. 4: Haltung bewahren

Stimme und Gleichgewicht sind untrennbar miteinander verbunden. Erst wenn unser Körper sicher steht, quasi geerdet ist, hat er Kapazitäten frei, um klug vorformulierte Gedanken auch hörbar zu machen. Das umgekehrte Phänomen kennt man zum Beispiel nach dem Genuss von zu viel Alkohol. Da ist unser Stand nicht mehr so sicher und das Sprechen von ganzen, logischen Sätzen fällt uns schwerer. Wer also verkrampft sitzt oder steht, lässt dem Zwerchfell kaum Freiraum. Tipp: Sich selbst eine Krone aufsetzen! Ganz egal, ob nur gedanklich oder tatsächlich, die Körperhaltung verbessert sich sofort und damit auch der Klang unserer Stimme.

Crewmitglied Selina Kollmann hat die Krone auf.Quelle: soundlarge

Tipp Nr. 5: Kiefer entspannen

„Da muss ich jetzt mal die Zähne zusammenbeißen“ … tatsächlich spannen viele Menschen in Stresssituationen unbewusst ihren Kiefer an. Nicht nur die Zähne leiden darunter, sondern auch die Stimme. Denn ein fester Kiefer nimmt sehr viel Stimmresonanz. Die Kieferlockerung ist ein wichtiges Thema, um sich seinen eigenen Resonanzraum bewusst zu machen. Abhilfe bei einem angespannten Kiefer schaffen das sogenannte Lippensprudeln oder eine Massage der Kaumuskeln. Wenn sich die Verspannung nach diesen Stimmtraining-Tipps löst, klingt die Stimme gleich voller.

Physiotherapeut Wolfgang Brunner-Fruhmann von praxis entero hat auch noch einen Tipp dazu: „Also als Physiotherapeut denke ich da sogar noch einen Schritt weiter. Die Qualität, der Klang und die Kraft der Stimme hängen nicht nur mit der Spannung im Kiefer zusammen, sondern auch zum Beispiel mit dem Schultergürtel, dem Zwerchfell und  sogar dem Beckenboden. Überall kann es ein „zu viel” oder ein „zu wenig” an Spannung geben. Spannend in der Therapie ist es dann, eine gewisse Balance reinzubringen. Und auch die Flexibilität, mit der Spannung aktiv zu arbeiten und dadurch Veränderungen in der Stimme zu erzielen.”

Physiotherapeut Wolfgang Brunner-FruhmannQuelle: praxis entero

Tipp Nr. 6: Fischers Fritz fischt frische Fische?

Eine authentische Stimme ist angenehm für die Zuhörerschaft und entspannend für die Stimmbänder. Um die eigene Stimme zu stärken sind Zungenbrecher eine unterhaltsame Übung. Fischers Fritz und das Blaukraut-Brautkleid sind wohlbekannt, unbekannter hingegen ist der Zungenbrecher „Das Weinfass, das Frau Weber leerte, verheerte ihre Leberwerte“. Profis in Sachen Zungenbrecher können sich an der richtigen Betonung und Aussprache von folgendem Zungenbrecher probieren: „Es klapperten die Klapperschlangen, bis ihre Klappern schlapper klangen.“ Wem diese Übungen nicht ausreichen, der kann sich im hier noch stundenlang durch die unterschiedlichsten Schwierigkeitsgrade klicken. Auch unsere Crew hat sich an einem besonders schwierigen Zungenbrecher probiert:

@soundlarge Kennt ihr den #Scheitschleißenmeister #Zungenbrecher ? Den verwenden viele #Sprecher als #Aufwärmübung #machtmit ♬ Originalton – soundlarge audioproduktionen

Tipp Nr. 7: Einfach mal gähnen!

Gähnen ist ein Reflex. Wir können diesen körpereigenen Mechanismus nicht abstellen, aber wir können ihn zu unserem Vorteil nutzen. Denn Gähnen macht wach, versorgt unser Hirn mit Sauerstoff, lässt sogar die Hirntemperatur leicht abfallen und Gähnen entspannt. Manchmal streckt sich sogar der ganze Körper mit – das ist bestes Stimmtraining! Vor allem, wenn man beim Gähnen auch noch die Stimme seufzen lässt. Denn Gähnen lockert das Kiefergelenk, lockert die Zungenmuskulatur, dehnt und weitet den Mundraum und damit den Resonanzraum. Also einfach mal gähnen und schon kann man die Stimme wacher, schwingender und hörbarer in die Welt lassen.

Tipp Nr. 8: Lächeln und Entspannen

Du wünscht dir mehr Selbstsicherheit und einen angenehmen Stimmklang? Ein entspannter Körper kann der Schlüssel für einen ruhigen und sicheren Auftritt sein. Denn Ruhe macht sicher und klar, Hektik hingegen engt ein und verwirrt. Wie man bereits an den vorangegangenen Tipps bemerken kann, ist Entspannung extrem wichtig für unsere Stimme. Ein besonders guter Tipp um innere und äußere Anspannung zu lösen ist LÄCHELN! Zudem nimmt das Lächeln die Stimme als Schwingung auf und wird hörbar – leicht und unangestrengt. Also – beim Sprechen immer wieder mal innehalten, lächeln und entspannen.

Bei schönem Wetter gibt's auch mal ein Kreativmeeting im Garten!Quelle: soundlarge

Tipp Nr. 9: Stimme morgens aufwärmen

Man kann schon morgens seine Stimme aufwärmen und unter der Dusche summen oder das bereits erwähnte Lippensprudeln machen. Durch die feuchte Luft unter der Dusche hilft man der Stimme noch zusätzlich, besser aus den Federn zu kommen. Auch hier spielt die Atmung eine wichtige Rolle. Ein guter Helfer kann zum Beispiel der Silikonschlauch zum Blubbern sein. Er dient vor wichtigen Moderationen oder Gesangsauftritten dem Aufwärmen und auch dem Regenerieren der Stimme. Wie man den Schlauch am besten anwendet und noch mehr nützliche Tipps für Stimmtraining findet ihr hier.

Crew-Mitglied Flo Kollmann demonstriert, wie der Lax Vox funktioniert.Quelle: soundlarge

Tipp Nr. 10: Geheimtipp Lakritz!

Auch wenn viele sie nicht mögen, eine mag Lakritz so richtig gerne – unsere Stimme! Lakritz hat als Hauptinhaltsstoff Glycyrrhizin, dem eine entzündungshemmende, antibakterielle und antimykotische Wirkung nachgesagt wird. Wenn man es also nicht mit der Dosierung übertreibt, dann wirkt Lakritz auf die Stimme sehr beruhigend. Vor allem, wenn die Stimme bereits angeschlagen ist, ist Lakritz einer unserer wahren Stimmtraining-Geheimtipps!

Seit 1999 findet der internationale Tag der Stimme am 16. April statt. Der Tag soll darauf aufmerksam machen, wie wichtig unsere Stimme für unser Leben ist. Deswegen ist es so wichtig, dass wir mit unserer Stimme sorgfältig umgehen und sie regelmäßig trainieren. Wenn man sich unsere 10 Stimmtraining-Tipps zu Herzen nimmt und versucht, diese in den Alltag zu integrieren, dann tut man seiner Stimme definitiv etwas Gutes. Auch wenn das heißt, mal in den ungeliebten Lakritz zu beißen – die Stimme wird es uns danken!

Medienreporter